Warum der moderate Einsatz von Biomasse zu unserem Energiemix gehört

Aktuelles  •  19.11.2025

 

Derzeit verbrennen wir 700.000 Tonnen Steinkohle im Jahr. Damit ist 2030 Schluss: Bis dahin steigen wir als BEW Berliner Energie und Wärme GmbH aus der Kohlenutzung aus*. Unser jährlicher Bedarf an Biomasse wird dann voraussichtlich bei 150.000 Tonnen (atro) liegen. Ab 2045 soll unsere Fernwärme klimaneutral** erzeugt werden. Dafür ist ein resilienter Energiemix notwendig.
 

* Dieses Ziel wollen wir durch eine Reihe von Maßnahmen erreichen, welche wir in unserem Dekarbonisierungsfahrplan darstellen.
** Damit meinen wir eine Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien, aus unvermeidbarer Abwärme oder einer Kombination aus beidem im Sinne des § 31 i. v. m. § 3 Abs. 1 Nr. 13, 15 und Abs. 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG). Dieses Ziel wollen wir durch eine Reihe von Maßnahmen erreichen, welche wir in unserem Dekarbonisierungsfahrplan darstellen.

 

Wie die BEW Biomasse einsetzt 

Berlin ist besonders – auch in Sachen Energieversorgung. So gibt es hier weniger industrielle Abwärme als in anderen Regionen Deutschlands. Zu unserem Technologie- und Brennstoffmix gehören deshalb auch Großwärmepumpen, Power-to-Heat, Abfallverwertung, Geothermie, Langzeitwärmespeicher, wasserstofffähige Anlagen – und in einem begrenzten Umfang Biomasse.

Allein die Auflistung zeigt: Biomasse ist nur einer von vielen Bestandteilen des Technologie- und Brennstoffmixes. Aber es ist einer, der für uns notwendig ist: Biomasse ist ein erneuerbarer Energieträger, der lagerbar ist. Sie steigert unsere Versorgungssicherheit. Wir setzen Biomasse sensibel und mit Bedacht an voraussichtlich zwei unserer zehn Standorte ein. Denn: Wir brauchen sie, um den Kohleausstieg fristgerecht zu ermöglichen.
 

Geplante Biomasse-Anlage am Standort Reuter 

Am Standort Reuter planen wir eine Altholz- und Biomasse-KWK-Anlage mit bis zu 90 MW thermischer und 20 MW elektrischer Leistung. Sie soll voraussichtlich 2029 in Betrieb gehen. Die Biomasse-KWK-Anlage in Reuter wird sechs Prozent der Wärme produzieren. Gerade schließen wir langfristige Lieferverträge für Altholz ab. Je nach Verfügbarkeit sollen auch Landschaftspflegematerialien zum Einsatz kommen. Wir haben die Anlage bewusst so ausgelegt, dass sie unterschiedliche holzartige Biomasse verarbeiten kann. So können wir flexibel auf zukünftige Marktbewegungen und Entwicklungen reagieren.
 

Energiepark Reuter 

Die Anlage in Reuter ist übrigens Teil eines vielfältigen Energieparks. Dieser umfasst bereits heute eine der größten Power-to-Heat-Anlagen (120 MW) und einen der größten Fernwärmespeicher Deutschlands (Kapazität: 200 MW für 13 Stunden). Im Bau befinden sich zudem eine 75-MW-Abwasserwärmepumpe, die die Energie aus dem benachbarten Klärwerk der Berliner Wasserbetriebe nutzt, sowie eine neue Dampfturbine mit 110 MW thermischer Leistung, die die Abwärme aus der Müllverwertungsanlage der BSR nutzt. Ergänzt wird dieser Anlagenpark perspektivisch durch wasserstofffähige Gas-Heißwassererzeuger.

Alle diese Anlagen leisten einen Beitrag, damit das Steinkohlekraftwerk am Standort Reuter 2030 außer Betrieb gehen kann.