Biomasse: nachhaltig* und lagerbar

Damit die Versorgungssicherheit auch in Zukunft jederzeit gewährleistet ist, brauchen wir als BEW für die Fernwärmeerzeugung lagerbare, fossilfreie Energiequellen, die unabhängig von Wind und Wetter zur Verfügung stehen. Holzartige Biomasse ist eine solche Quelle.
 

* Damit meinen wir die Einhaltung der in der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) geregelten Nachhaltigkeitsanforderungen.
 

Biomasseanlagen in Berlin

Seit 2014 betreiben wir das Biomasse-Heizkraftwerk Märkisches Viertel. Nach derzeitiger Planung soll zukünftig auch am Standort Reuter West Biomasse zum Einsatz kommen. Die Altholz- und Biomasse-KWK-Anlage in Reuter wird sechs Prozent der Wärme produzieren. Am Standort Klingenberg prüfen wir derzeit die Errichtung einer mit Ersatzbrennstoff befeuerten Festbrennstoffanlage. Das mit Steinkohle befeuerte Heizkraftwerk in Moabit, das aktuell neben Kohle auch Biomasse als Brennstoff nutzt, wird im Zuge des Kohleausstiegs stillgelegt.
 

Biomasse: Hocheffiziente KWK-Anlagen* im Westen Berlins

Die neue Biomasseanlage am Standort Reuter West soll als hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) gebaut werden. Sie erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom und nutzen so die eingesetzte Biomasse optimal. Die Auslegung der neu geplanten biomassegefeuerten KWK-Anlage ermöglicht es uns, Altholz am Ende einer nachhaltigen Nutzungskaskade energetisch zu verwerten. Damit ist gemeint, dass das Holz zuvor im besten Fall mehrfach stofflich genutzt wurde, bevor es abschließend für die Energieerzeugung verwendet wird. Außerdem möchten wir Agrarholz von Kurzumtriebsplantagen einsetzen, um die zukünftig benötigte Menge an Biomasse abzudecken. Neben Altholz und Agrarholz sieht der derzeitige Planungsstand den Biomasseeinsatz von Landschaftspflegematerialien vor.
 

* Im Sinne des Art. 2 Nr. 40 der Richtlinie EU 2023/1791 vom 13.09.2023 (EU-Energieeffizienzrichtlinie - EED III).

Häufig gestellte Fragen

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Was ist Biomasse?

Biomasse bezeichnet organische Materialien. Diese können fest, flüssig oder gasförmig sein. Biomasseheizkraftwerke nutzen zum Beispiel feste Biomasse als Brennstoff. Daraus erzeugen sie Strom und Wärme.

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Welche Arten von Biomasse gibt es?

Neben ihrem Aggregatzustand (fest, flüssig oder gasförmig) kann Biomasse auch nach ihrem Ursprung unterschieden werden. So gibt es pflanzliche, tierische und mikrobielle Biomasse.

Es gibt Beispiele für den Einsatz aus allen drei Formen. Pflanzliche Biomasse kann Waldrestholz oder Agrarholz sein. Tierische Biomasse kann in Form von Gülle genutzt werden. Deponiegas ist ein mikrobieller Prozess, der zur Energiegewinnung genutzt wird.

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Ist Biomasse eine erneuerbare und nachhaltige Energiequelle?

Ja, Biomasse zählt zu den erneuerbaren Energiequellen.

Unter nachhaltiger Biomasse verstehen wir Biomasse, die die in der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) geregelten Nachhaltigkeitsanforderungen einhält.

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Was ist Waldrestholz?

Nach einer Waldernte bleiben dünne Kronenäste und Nadeln als etwa ein Meter hoher "Teppich" auf dem Waldboden übrig. Waldeigentümer:innen können dieses Waldrestholz wegen der Verunreinigung durch Nadeln selbst nicht nutzen bzw. einer anderweitigen stofflichen Nutzung zuführen. Auch Liegenlassen ist keine Möglichkeit: Dieser "Teppich" bremst den Wald in seiner natürlichen Regeneration.

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Ist die energetische Nutzung des Waldrestholzes nachhaltig?

Das Heidelberger ifeu-Institut hat für unsere Nutzung des Waldrestholzes Nachhaltigkeitskriterien entwickelt. Diese entsprechen mit Ausnahme des in der RED III formulierten Kaskadenprinzips jetzt schon denen der Erneuerbaren Energien Richtlinie III.

Auf die Einhaltung des Kaskadenprinzips, also der Anforderung, dass das von uns verwandte Waldrestholz keiner anderweitigen stofflichen Nutzung zugeführt werden kann, achten wir gemeinsam mit unseren Lieferanten bereits jetzt.

Zudem ist die Bewirtschaftung des Waldes, der Anfall von Waldrestholz, der Transport und unsere energetische Nutzung des von uns energetisch genutzten Waldrestholzes durch das Sure-Zertifikat als ökologisch nachhaltig zertifiziert.

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Was ist Altholz?

Unter Altholz werden Industrierestholz und Gebrauchtholz zusammengefasst, wenn sie als Abfall anfallen. Konkret umfasst das u. a. Holzreste aus der Holzbearbeitung und -verarbeitung (Industrieholz) sowie Erzeugnisse aus Massivholz, Holzwerkstoffen und aus Verbundstoffen mit überwiegendem Holzanteil (Gebrauchtholz).