Energiepark Reuter

Reuter bzw. Reuter West ist der größte Erzeugungsstandort der BEW und wahrlich ein Standort der Superlative. Von hier aus werden – gemeinsam mit den Standorten Charlottenburg und Moabit – rund 220.000 Wohnungen im Nordwesten der Hauptstadt sowie viele weitere Gebäude wie Schulen, Schwimmbäder etc. mit Fernwärme für Heizung und Warmwasser versorgt. Aktuell erfolgt die Energieerzeugung vor Ort größtenteils mit zwei in den 1980er Jahren gebauten Kraftwerksblöcken, die in sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Fernwärme aus Steinkohle erzeugen. Doch die Transformation hin zu einer klimaneutralen* Erzeugung ist bereits in vollem Gange.
 

* Damit meinen wir eine Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien, aus unvermeidbarer Abwärme oder einer Kombination aus beidem im Sinne des § 31 i. v. m. § 3 Abs. 1 Nr. 13, 15 und Abs. 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG). Dieses Ziel wollen wir durch eine Reihe von Maßnahmen erreichen, welche wir in unserem Dekarbonisierungsfahrplan darstellen.
 

Im laufenden Betrieb wird der Standort Reuter in den kommenden Jahren zu einem Energiepark mit einer Vielzahl an Technologien und Brennstoffe umgebaut. Wichtigste Zwischenetappe: Der Ausstieg aus der Steinkohlenutzung und die Stilllegung der beiden Kraftwerksblöcke bis 2030. Stattdessen stellt hier zukünftig eine Kombination aus unvermeidbarer Abwärme, Power-to-Heat, Großwärmepumpen, Biomasse, Erdgas und einem Wärmespeicher die Versorgung mit Wärme sicher.
 

Energiedreieck Ruhleben: Wärme aus Müllheizkraftwerk und Klärwerk

Innovative Lösungen für die Wärmeerzeugung sind an unserem Standort Reuter West schon länger Realität. Hinzu kommt etwas historisch Einmaliges: Ein Energiedreieck, das wir hier mit den Berliner Wasserbetrieben und der Berliner Stadtreinigung (BSR) bilden und für dessen Ausbau wir gemeinsam den Grundstein gelegt haben.
 

Was ist das Energiedreieck Ruhleben?

Derzeit wird eine Abwasserwärmepumpenanlage zur Nutzung der Wärme aus dem geklärten Abwasser sowie eine neue Dampfturbine zur Nutzung von unvermeidbarer Abwärme aus dem benachbarten Müllheizkraftwerk Ruhleben an unserem Standort Reuter West errichtet. Beide Anlagen sind wichtige Bausteine für die zukünftige klimaneutrale* Fernwärmeerzeugung.
 

* Damit meinen wir eine Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien, aus unvermeidbarer Abwärme oder einer Kombination aus beidem im Sinne des § 31 i. v. m. § 3 Abs. 1 Nr. 13, 15 und Abs. 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG). Dieses Ziel wollen wir durch eine Reihe von Maßnahmen erreichen, welche wir in unserem Dekarbonisierungsfahrplan darstellen.
 

Abwasserwärmepumpenanlage in groß-industriellem Maßstab

Selbst im lauwarmem Dusch-, Bade- oder Spülwasser, das im Klärwerk Ruhleben der Berliner Wasserbetriebe ankommt, steckt noch brauchbare Restwärme. Zusätzlich wird aus der Klärschlammverbrennung im Klärwerk Wärme an das Wasser abgegeben. Diese Wärme machen wir mit Hilfe einer Wärmepumpe nutzbar.

Das Prinzip gleicht dabei herkömmlichen Haushaltswärmepumpen. Im Falle der Abwasserwärmepumpenanlage passiert das Ganze allerdings in einem groß-industriellen Maßstab: Die elektrisch betriebenen Wärmepumpen nutzen die Restwärme, je nach Jahreszeit zwischen 12 und 27 Grad, heben sie auf ein höheres Temperaturniveau und speisen sie in unser Berliner Fernwärmenetz ein. Die Großwärmepumpenanlage von Siemens Energy wird mit einer mittleren thermischen Leistung von 75 Megawatt an die neue Reinigungsstufe des Klärwerks Ruhleben angeschlossen. Sie versorgt künftig rund 45.000 Haushalte jährlich mit klimaneutraler* Fernwärme und spart dabei etwa 50.000 Tonnen CO2-Emissionen ein.
 

* Damit meinen wir eine Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien, aus unvermeidbarer Abwärme oder einer Kombination aus beidem im Sinne des § 31 i. v. m. § 3 Abs. 1 Nr. 13, 15 und Abs. 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG). Dieses Ziel wollen wir durch eine Reihe von Maßnahmen erreichen, welche wir in unserem Dekarbonisierungsfahrplan darstellen.
 

Unvermeidbare Abwärme aus Müllverbrennung sinnvoll nutzen

Bereits heute gewinnt eine Dampfturbine Energie aus Wasserdampf, der bei der energetischen Verwertung von Abfällen im BSR-Müllheizkraftwerk Ruhleben entsteht. Dabei handelt es sich um Abfälle, die weder vermieden noch wiederverwendet oder recycelt werden können. Diese Turbine wird durch eine neue Gegendruck-Dampfturbine ersetzt. Die neue Turbine hat eine Leistung von rund 110 Megawatt thermisch und 30 Megawatt elektrisch und nutzt den Dampf noch effizienter als bisher.