Starkes Geschäftsjahr 2025, klarer Kurs zur Klimaneutralität: BEW legt Jahresabschluss und aktualisierten Dekarbonisierungsfahrplan vor

Pressemitteilung  •  26.05.2026

 

Jahresüberschuss von 80,2 Millionen Euro (Vorjahr: 15,8 Millionen Euro) ● EBIT von 100,9 Millionen Euro bestätigt operativ solides Kerngeschäft ● Über 400 Millionen Euro Investitionen in Versorgungssicherheit und Transformation ● Kohleausstieg bis 2030, klimaneutrale Fernwärme bis 2045

 

Die BEW Berliner Energie und Wärme GmbH hat das Geschäftsjahr 2025, ihr erstes vollständiges Jahr als eigenständiges Landesunternehmen, erfolgreich abgeschlossen. Mit einem Jahresüberschuss von 80,2 Millionen Euro – nach 15,8 Millionen Euro im Vorjahr – bestätigt die BEW ihre wirtschaftliche Stabilität und schafft zugleich die Grundlage für die größte Investitionsphase ihrer Geschichte.

 

Operativ war 2025 ein echter Härtetest. So war es beispielsweise im Dezember so frostig wie seit 15 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig stellte die BEW eine zuverlässige Fernwärmeversorgung für rund 700.000 Haushalte und 8.000 weitere Gebäude sicher. Die hohe technische Verfügbarkeit der Anlagen und die robuste Netzstruktur unterstreichen die Krisenfestigkeit der Berliner Fernwärme.

 

BEW Geschäftsführung und Aufsichtsratsvorsitzende präsentierten Jahresabschluss und aktualisierten Dekarbonisierungsfahrplan

 

Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Aufsichtsratsvorsitzende der BEW, sagt: „Berlin hat früh verstanden: Fernwärme ist Stadtpolitik. Das Fernwärmenetz und die Anlagen sind systemrelevante Infrastruktur für unsere Stadt. Deshalb ist die Rückführung der Berliner Fernwärme in Landeshand auch die wichtigste klimapolitische Weichenstellung dieses Jahrzehnts. Die BEW steht als stabiles landeseigenes Unternehmen für Verlässlichkeit heute und für eine klimaneutrale Wärmeversorgung von morgen. Denn die Wärmewende ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch wirtschaftlich tragfähig. Wir machen die Hauptstadt Schritt für Schritt unabhängig von fossilen Energien.“

 

Auch wirtschaftlich war 2025 ein starkes Jahr. Das EBIT lag bei 100,9 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote bei 56 Prozent. Trotz volatiler Energiemärkte und hoher Investitionsausgaben blieb der wirtschaftliche Kern des Unternehmens stabil.

 

Christian Feuerherd, Vorsitzender der Geschäftsführung der BEW, erklärt: „2025 war das erste Jahr, in dem wir zeigen mussten, was wir wirklich sind: Eine verlässliche Versorgerin, die die Berliner Wohnungen auch über einen langen Zeitraum mit ungewohnt frostigen Temperaturen zuverlässig warm hält. Und gleichzeitig ein Unternehmen, das für das Gelingen der Wärmewende den größten Umbau seiner Geschichte vorantreibt. Beides ist uns gelungen.“

 

Ein zentraler Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ist die Sicherstellung der Finanzierung. Mit dem Investment-Grade-Rating Baa1 von Moody’s, einer zugesagten Eigenkapitalerhöhung von 550 Millionen Euro aus dem Berliner Klimapakt sowie einer erfolgreich platzierten Zwischenfinanzierung über bis zu 1,1 Milliarden Euro verfügt die BEW über eine solide Finanzierungsarchitektur. Allein im Jahr 2025 investierte das Unternehmen 417 Millionen Euro; bis 2030 sind Investitionen von rund 3,5 Milliarden Euro geplant.

 

Kohleausstieg bis 2030 ist gesetzt – Drei Entwicklungspfade ab 2035

Parallel treibt die BEW die Transformation der Wärmeerzeugung konsequent voran und hat vorzeitig ihren Dekarbonisierungsfahrplan aktualisiert. Mit ihm konkretisiert die BEW ihren Weg zur klimaneutralen Fernwärme 2045. Während der Aktualisierung hat das Unternehmen gezielt den Dialog mit Umwelt- und Verbraucherverbänden, der Wohnungswirtschaft sowie Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung gesucht und die Hinweise bei der Weiterentwicklung des Dekarbonisierungsfahrplans berücksichtigt.

 

Christian Feuerherd: „Mit dem aktualisierten Dekarbonisierungsfahrplan machen wir transparent, wie wir den Weg zur klimaneutralen Fernwärme weitergehen. Gleichzeitig ist klar: Tempo und Ausgestaltung weiterer Schritte hängen auch von Voraussetzungen ab, die heute noch nicht abschließend feststehen – etwa bei Infrastruktur, Regulierung, Genehmigungen und der Verfügbarkeit weiterer erneuerbarer Wärmequellen. Darauf geben die Entwicklungspfade im Fahrplan eine realistische Antwort.“

 

Der Kohleausstieg bis 2030 bleibt gesetzt; bis dahin wird die BEW auch die CO₂-Minderung um 80 Prozent gegenüber 1990 sowie eine Quote an erneuerbaren Energien von 40 Prozent erreichen, den Einsatz von Biomasse mit Blick auf den alten Dekarbonisierungsfahrplan weiter reduzieren und Power-to-Heat stärker in das System integrieren. Bis 2035 setzt das Unternehmen ergänzend auf einen deutlich diverseren und damit flexibleren Wärmemix mit mehr Elektrifizierung, lokalen Abwärmequellen sowie den Einsatz von Geothermie und Speichern; die EE-Quote soll dann auf 50 Prozent steigen.

 

Für die Zeit ab 2035 beschreibt der Fahrplan drei mögliche Entwicklungspfade, die sich in der Gewichtung von lokalen Wärmequellen, Strom und grünem Wasserstoff unterscheiden, aber auf dasselbe Ziel zulaufen: klimaneutrale Fernwärme ab 2045. Dafür gelten in allen Szenarien dieselben Leitplanken: 100 Prozent erneuerbare Energien, der vollständige Ersatz fossiler Energieträger und ein auf maximal 15 Prozent begrenzter Biomasseanteil.

 

Dafür wird bereits heute an mehr als 30 Bauprojekten gleichzeitig gearbeitet – unter anderem an den Standorten Reuter, Charlottenburg und Klingenberg. Der Rückbau fossiler Anlagen an sechs Standorten schreitet massiv voran, ohne Unterbrechung der Versorgung. Die CO₂-Emissionen sanken 2025 auf rund 4,0 Millionen Tonnen – das entspricht einer Reduktion von rund 70 Prozent gegenüber 1990.

 

Transformation in guter Teamarbeit

Auch als Arbeitgeberin ist die BEW für die Mammutaufgabe Wärmewende (im laufenden Betrieb) gut aufgestellt. Die Mitarbeitendenzufriedenheit liegt in einer aktuellen Befragung bei 84 Prozent, bei einer Beteiligung von 80 Prozent. Damit trägt das BEW-Team die Transformation – ein zentraler Erfolgsfaktor für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

 

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Geschäftsjahres 2025 unterstreicht die BEW ihre Rolle als tragende Säule der Berliner Energiewende. Der Kurs ist klar: Kohleausstieg bis 2030, klimaneutrale Fernwärme ab 2045.

Weitere Informationen

BEW Berliner Energie und Wärme | Aktuelles & Presse | Pressemitteilung: Erste Finanzierungsrunde

Geschäftsbericht

Wir laden Sie herzlich zur Lektüre unseres zweiten BEW-Jahresabschlusses ein. Er gibt Ihnen Einblicke in unsere Entwicklung, unsere Erfolge, Herausforde­rungen und die strategischen Schritte, die wir unter­nommen haben, um die Transformation unseres Fernwärmesystems mit der notwendigen Geschwin­digkeit umzusetzen.

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Fahrplan zur Dekarbonisierung

Mit zunehmender Geschwindigkeit integrieren wir einen breiten Mix zukunftsfähiger Technologien, fossilfreier Brennstoffe und Wärmequellen in unser Fernwärmesystem. Unser Dekarbonisierungsfahrplan beschreibt den geplanten Pfad zur Wärmewende und die angedachten Maßnahmen für die kommenden Jahre.

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