Spezifische Kosten je gelieferter MWh Wärme


Versorgung mit Fernwärme

Verbrauchsabhängige Wärmekosten

Die verbrauchsabhängigen Wärmekosten der Fernwärmeversorgung ergeben sich aus dem Produkt der verbrauchten Wärmemenge mit dem vertraglich vereinbarten Arbeitspreis. Zur besseren Vergleichbarkeit wird die Einheit „Euro/MWh“ verwendet.

Arbeitskosten (brutto)
Verbrauchsabhängige
Jahreswärmekosten
98,12 Euro x 288 MWh
Verbrauchsabhängige
Jahreswärmekosten
28.258,56 Euro
Spezifische Kosten je
gelieferter MWh Wärme
98,12 Euro/MWh

Verbrauchsunabhängige Kosten

Die verbrauchsunabhängigen Wärmekosten werden durch Multiplikation des vom Kunden bestellten Versorgungsumfangs mit dem Jahresgrundpreis ermittelt. In unseren Wärmeversorgungsverträgen wird der Versorgungsumfang durch den Heizwasservolumendurchfluss (HWD) in l/h angeben. Eine entsprechende Erläuterung wie Sie Ihre benötigte Anschlussleistung in den HWD umrechnen, finden Sie hier. In diesem Beispiel ist der Grundpreis vom Preis in EUR/(l/h) in EUR/kW umgerechnet worden.

Grundkosten (brutto)
Verbrauchsunabhängige
Jahreswärmekosten
132,82 Euro x 160 kW
Verbrauchsunabhängige
Jahreswärmekosten
21.251,20 Euro
Spezifische Kosten je
gelieferter MWh Wärme
73,79 Euro/MWh

Investitionen und Einmalzahlungen

Für die Versorgung mit Fernwärme kann für den erstmaligen Anschluss an ein Fernwärmenetz gemäß § 9 AVBFernwärmeV ein Baukostenzuschuss (BKZ) erhoben werden, der eine Beteiligung an den Kosten für die Verteilungsanlagen abdeckt. Je nachdem, wie hoch der Aufwand für den Fernwärmehausanschluss ist, kann zusätzlich gemäß § 10 AVBFernwärmeV ein Hausanschlusskostenbeitrag (HAKB) zur Abdeckung der Kosten für den Hausanschluss erhoben werden.

Bei unserem beispielhaften Modellhaus haben wir mit einem – bezogen auf die Anschlussleistung des Gebäudes - durchschnittlichen BKZ in Höhe von 9.732,80 Euro (brutto) gerechnet. Der HAKB wird individuell – je nach bautechnischem Aufwand - ermittelt. Wir gehen im vorliegenden Fall von einem einmaligen Betrag in Höhe von 10.000,00 Euro (brutto) aus.

Eigenversorgung Wärmepumpe mit Erdgas-SLK

Verbrauchsabhängige Kosten

Die verbrauchsabhängigen Kosten der Eigenversorgungslösung (Wärmepumpe mit Erdgas-SLK) werden vor allem durch die Kosten der Brennstoffe (Strom und Erdgas) beeinflusst. Im Hinblick auf die Versorgung aus dem Erdgaskessel in Spitzenlastzeiten muss beachtet werden, dass die eingesetzte Erdgasmenge nicht mit der benötigten Wärmemenge gleichgesetzt werden kann, da das Erdgas erst im Heizkessel in Wärme umgewandelt werden muss. Bei diesem Prozess entstehen Umwandlungsverluste. Im Beispielfall haben wir – bezogen auf die Spitzenlastversorgung aus dem Erdgaskessel – einen Kesselwirkungsgrad von 90 Prozent angenommen.

Im Beispielfall haben wir – ausgehend von der gesetzlichen Vorgabe nach § 71 Abs.1 des Gebäudeenergiegesetzes – einen Anteil der Wärmepumpe am Gesamtwärmeverbrauch des Hauses von 65 Prozent angesetzt.

Bei einem Gesamtjahreswärmeverbrauch von 288 MWhth entspricht dies einer Wärmemenge von 187,2 MWhth. Der vom Erdgaskessel bereitgestellte Wärmeverbrauch beträgt daher in unserem Beispielfall 100,8 MWhth. Bei einem Kesselwirkungsgrad von 90 Prozent ergibt sich ein benötigter Erdgaseinsatz von 112,0 MWh. Bei einer Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe von 3,0 ergibt sich – bei einem durch die Wärmepumpe bereitzustellenden Wärmeverbrauch von 187,2 MWhth – ein Strombedarf von 62,4 MWhel.

  Arbeitskosten (brutto)
Arbeitspreis Erdgas 110,40 Euro/MWh
Arbeitspreis Strom (WP) 222,70 Euro/MWh
Verbrauchsabhängige Jahreswärmekosten Erdgas 110,40 Euro/MWh x 112 MWh
  = 12.364,80 Euro
Verbrauchsabhängige Jahreswärmekosten Strom 222,70 Euro/MWh x 62 MWh
  = 13.896,48 Euro
Verbrauchsabhängige Jahreswärmekosten 26.261,28 Euro
Spezifische Kosten 91,19 Euro/MWh

Verbrauchsunabhängige Kosten

Hierzu zählen neben den Grundkosten (ausgehend vom jeweiligen Grundpreis für Strom und Erdgas) vor allem die Wartungs- und Instandhaltungskosten. Für eine Eigenversorgung aus einem Erdgaskessel wird vom jeweiligen Erdgaslieferanten in der Regel ein Grundpreis erhoben. In unserem Beispiel gehen wir von 24,99 Euro/Monat (brutto) aus. Beim Strom beträgt der Grundpreis 9,40 Euro/Monat (brutto).

Daneben entstehen durch den Betrieb der Erzeugungsanlage weitere Kosten für die Wartung und Instandhaltung sowie für die regelmäßige Emissionsprüfung. Die Höhe dieser Kosten kann sehr unterschiedlich ausfallen. Sie ist abhängig davon, wie aufwändig konzipiert und störungsanfällig die Erzeugungsanlage ist.

Gemäß der Richtlinienreihe VDI 2067 werden üblicherweise pauschale Ansätze für die Wartung und für die Instandhaltung angesetzt.

  Aufwand für Wartung 
(% der Investition)
Aufwand für Instandhaltung
(% der Investition)
Bedienungsaufwand
Wärmepumpe 1,5 % 1,0 % 5 Stunden/a
Erdgaskessel 1,5 % 1,0 % 20 Stunden/a

Die Emissionsprüfung wird mit circa 150,00 Euro/Jahr (brutto) veranschlagt und muss alle zwei Jahre durchgeführt werden. Die Koordination, Abwicklung und Einhaltung all dieser Abläufe obliegt dem Gebäudeeigentümer, der zudem für die regelmäßige Ertüchtigung der Heizungsanlage gemäß den gesetzlichen Vorgaben verantwortlich ist. Eine Vielzahl der Aufgaben könnte auch an eine Wartungsfirma abgegeben werden. Hierfür entstehen entsprechend weitere Kosten.

Grundkosten Brennstoff (brutto) Wartungskosten (brutto) Instandhaltungskosten (brutto) Bedienaufwand (59 Euro/a brutto) Emissionsprüfung (brutto)
Verbrauchsunabhängige Jahreswärmekosten Erdgas 24,99 Euro x 12 Monate + 1,5 % + 1,0 % + 20 h/a + 75,00 Euro
= 299,88 Euro = 680,64 Euro = 453,76 Euro = 1.190,00 Euro = 75,00 Euro
Verbrauchsunabhängige Jahreswärmekosten Strom 7,90 Euro x 12 Monate + 1,5 % + 1,0 % + 5 h/a  
= 94,82 Euro = 1.487,08 Euro = 991,39 Euro 297,50 Euro  
Verbrauchsunabhängige
Jahreswärmekosten
5.570,07 Euro
Spezifische Kosten 19,34 Euro/MWh

Investitionen und Einmalzahlungen

Einen wesentlichen Kostenblock stellen auch die Anfangsinvestitionen in die kombinierte Erzeugungsanlage einschließlich hydraulischer Einbindung und Steuerung sowie den Schornstein dar. In unserem Beispiel gehen wir für die Erzeugungsanlage und den Schornstein von einer Investitionssumme in Höhe von 144.514,79 Euro (brutto) aus. Dabei entfallen ca. 40.000 Euro auf den Erdgaskessel sowie ca. 70.000 Euro auf die Wärmepumpe. Die Kosten für die peripheren Bauteile zur Einbindung und Installation betragen ca. 30.000 Euro. Der Erdgasnetzbetreiber erhebt für die Herstellung des Gasanschlusses ebenfalls einmalige Kosten von ca. 5.000 Euro.

  Investitionen/Einmalzahlungen
  netto brutto
Gasanschluss 4.191,00 Euro 4.987,29 Euro
Kessel und Schornstein 33.940,00 Euro 40.388,60 Euro
Luftwärmepumpe 57.955,00 Euro 68,966,45 Euro
Hydraul. Einbindung 25.355,00 Euro 30.172,45 Euro
Gesamtinvestition 121.441,00 Euro 144.514,79 Euro

 

Investitionssumme
(Gasanschluss, Erzeugeranlage, Schornstein, Wärmepumpe und hydraulische Einbindung)
Einmalige Investitionen 144.514,79 Euro Euro
Spezifische Kosten 36,92 Euro/MWh

 

Ungeachtet dieses reinen Kostenvergleichs bietet ein Fernwärmeanschluss zahlreiche weitere Vorteile gegenüber einer dezentralen Wärmeversorgung aus einer Wärmepumpe mit einem Erdgas-Spitzenlastkessel. Neben der Erdgasheizungsanlage erfordert auch die Wärmepumpe einen nicht unerheblichen Platzbedarf. Zudem sind die Geräuschemissionen zu beachten und die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Demgegenüber kann eine Fernwärmeübergabestation platzsparend an fast jeder Stelle im Gebäude installiert werden. Zudem arbeitet die Fernwärmeübergabestation vergleichsweise geräuscharm. Da wir individuelle Tarifoptionen der Erdgas- und Stromversorgung in unserem Beispielfall nicht berücksichtigen können, wurde der Grundversorgungstarif für Gas und einen Wärmepumpen-Tarif des Berliner Grundversorgers für Strom berücksichtigt.

Hinweis: Die beispielhaften Berechnungen und Ausführungen können Ihnen nur einen allgemeinen Überblick verschaffen. Sie ersetzen nicht die individuelle Angebotserstellung, die auch hinsichtlich der Anschlusskosten von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten abhängig ist.

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